Avodah Zarah 115

Kapitel 115

א איקלע רב הונא בריה דר"נ למחוזא א"ל רבא לרב אליקים שמעיה טרוק טרוק גלי דלא ניתו אינשי דניטריד
1 Als hierauf R. Hona b. R. Naḥman nach Maḥoza kam, sprach Raba zu seinem Diener R. Eljaqim: Schließe die Tür, damit nicht Leute kommen und mich belästigen.
ב על לגביה א"ל כי האי גוונא מאי א"ל אסור אפילו בהנאה והא מר הוא דאמר שיכשך אין עושה יין נסך אימר דאמרי אנא לבר מדמיה דההוא חמרא דמי דההוא חמרא מי אמרי
2 Inzwischen trat jener ein, und fragte ihn, wie in einem solchen Falle zu entscheiden sei. Dieser erwiderte: Er ist verboten, sogar zur Nutznießung. – Der Meister sagte ja aber, er habe ihn durch das Plätschern nicht libiert!? – Ich sagte, außer dem Werte dieses Weines, sagte ich es etwa auch vom Werte dieses Weines!?
ג אמר רבא כי אתאי לפומבדיתא אקפן נחמני שמעתתא ומתניתא דאסיר
3 Raba sagte: Als ich in Pumbeditha war, überhäufte mich Naḥmani mit Einwendungen aus einer Lehre und einer Barajtha, daß er verboten sei.
ד שמעתתא דההוא עובדא דהוה בנהרדעא ואסר שמואל בטבריא ואסר רבי יוחנן ואמרי ליה לפי שאינן בני תורה ואמר לי טבריא ונהרדעא אינן בני תורה דמחוזא בני תורה
4 Aus einer Lehre, denn einst ereignete sich ein solcher Fall in Nehardea͑ und Šemuél verbot ihn, in Tiberjas, und R. Joḥanan verbot ihn. Als ich ihm dann entgegnete: weil diese Orte im Gesetze unkundig sind, erwiderte er mir: Tiberjas und Nehardea͑ sind im Gesetz unkundig und Maḥoza ist im Gesetz kundig!?
ה מתניתא דאגרדמים עובד כוכבים שקדח במינקת והעלה או שטעם מן הכוס והחזירו לחבית זה היה מעשה ואסרוהו מאי לאו בהנאה לא בשתייה
5 Aus einer Barajtha: Wenn ein nichtjüdischer Meßbeamter den Heber ins Faß sticht und [Wein] heraufzieht, oder wenn er aus einem Becher kostet und [den Rest] zurück ins Faß gießt, dies ist ein Fall, der sich auch ereignete, und [der Wein] wurde verboten. Doch wohl zur Nutznießung. – Nein, zum Trinken. –
ו אי הכי ליתני ימכר כדקתני סיפא חרם עובד כוכבים שהושיט ידו לחבית וכסבור של שמן היא ונמצאת של יין זה היה מעשה ואמרו ימכר תיובתא דרבא תיובתא
6 Demnach sollte es doch heißen, daß man ihn verkaufe, wie es auch im Schlußsatz heißt: wenn ein nichtjüdischer Gewalttäter die Hand in ein Faß steckt im Glauben, es enthalte Öl, und es in Wirklichkeit Wein enthält, dies ist ein Fall, der sich einst ereignete, und sie sagten, man verkaufe ihn!? Dies ist eine Widerlegung Rabas. Eine Widerlegung.
ז רבי יוחנן בן ארזא ור' יוסי בן נהוראי הוו יתבו וקא שתו חמרא אתא ההוא גברא אמרו ליה תא אשקינן לבתר דרמא לכסא איגלאי מילתא דעובד כוכבים הוא חד אסר אפי' בהנאה וחד שרי אפי' בשתייה אמר רבי יהושע בן לוי מאן דאסר שפיר אסר ומאן דשרי שפיר שרי מאן דאסר
7 R. Jose b. Arva und R. Jose b. Nehoraj saßen einst beisammen und tranken Wein, und als ein Mann herankam, baten sie ihn, ihnen einzuschenken. Nachdem er [den Wein] in den Becher gegossen hatte, stellte es sich heraus, daß es ein Nichtjude war. Da verbot ihn der eine, sogar zur Nutznießung, und der andere erlaubte ihn, sogar zum Trinken. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Der ihn verboten hat, hat recht, und der ihn erlaubt hat, hat ebenfalls recht. Der ihn verboten hat, ist der Ansicht,